Samstag, 15. März 2014

Berndt Rieger - Ringo Starr. Das Herz der Beatles (Biographie)

Ringo Starr war der Beatle mit Herz. Er stieß 1962 zu den Beatles und hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass diese Popgruppe so rasch populär wurden. Ob wohl Paul McCartney und John Lennon musikalisch die treibenden Kräfte waren und vorne standen, bekam Ringo Starr schon früh die meiste Fanpost. Man empfand Ringo als niedlich, er regte das Kindchenschema an. Ihn mochten die jungen Mädchen ebenso wie die Großmütter. Er hatte etwas an sich, was man bei Stars nur selten findet: Eine gewisse Wärme und natürliche Ausstrahlung, einen starken Sinn für Humor, Familiensinn und letztendlich auch die Fähig-keit, ein guter Freund zu sein. Sein bekanntestes Lied bei den Beatles war „With A Little Help Form My Friends“, ein augenzwinkernder Hinweis darauf, dass John und Paul und George sich um ihn kümmerten, Lieder für ihn schrieben und auch von Anfang an als Gleichberechtigten behandelten obwohl er zweifels-ohne weit weniger begabt war als jeder der anderen. Dass diese Diven Ringo so freundlich behandelten, lag aber auch an ihm. Er hatte die Fähigkeit, Einzelgänger zu Freunden zu machen. Weil er mit ihnen fühlte, weil er sie in sein Herz schloss.

Irgendetwas davon wird auch in sein Schlagzeugspiel eingeflossen sein. Ein Drummer hält die Gruppe zusammen, und das tat Ringo von Anfang an. Die Beatles wären weit früher auseinandergebrochen, wenn Ringo sie nicht immer wieder zusammengeschweißt hätte. Er tat das auch nach dem offiziellen Ende der Beatles, indem er als einziger Kontakt zu allen hielt und sie auch immer wieder für seine Platten einspannen konnten. So waren die Soloalben von Ringo über viele Jahre die einzigen, auf denen einer oder auch mehrere Beatles mitspielten und für die sie Lieder schrieben. Dass Ringo ein Mensch war, konnte man an seiner Reaktion sehen, als er 1980 von John Lennons Tod erfuhr. Während Paul McCartney der Presse sagte: „Zieht einen ziemlich runter, was?“ und dann ins Plattenstudio ging und George Harrison sich nach der frühmorgendlichen Nachricht, dass auf John ein Attentat verübt worden war, einfach im Bett umdrehte und weiterschlief, brach Ringo sofort seinen Urlaub ab und flog nach New York, um Yoko Ono und ihrem Sohn beizustehen.
Ringo hat immer viele Freunde im Showgeschäft gehabt und konnte sie auch davon überzeugen, mit ihm in der All Starr Band durch die Welt zu tingeln. Auch die Zusammenarbeit mit Paul McCartney, dem schwierigen musikalischen Genie, hält bis zum heutigen Tag an, und wer die beiden nebeneinander bei Fernsehinterviews sieht, wundert sich, wie jugendlich und vital Ringo als Siebzigjähriger aussieht – und immer noch Platten macht.

Dieses Buch erzählt Ringos Leben von den Anfängen bis zu seinem 70. Geburtstag im 2010. Es enthält zahlreiche Links zu YouTube, die belegen, wie viele Hits Ringo in den Jahren gesungen hat, darunter auch einige Eigenkompositionen für die Beatles, die erfolgreich waren. Auch der Beitrag Ringos zu einigen der größten Hits, die die Beatles haben, wird mit Beispielen belegt. Durch seinen Wortwitz hat er die anderen immer wieder in ihrer Arbeit inspiriert, aber auch immer wieder zum Lachen gebracht. Weniger bekannt ist aber, wie stark manche Lieder von dem Drummer im Hintergrund geprägt waren, der mit unsichtbaren Fäden die größte Band zusammenhielt, die die Welt je gekannt hat: Mit den Fäden der Liebe.